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Digitale Identität in der Schweiz: E-ID, swiyu, SwissID, AGOV

Wie Sie sich in der Schweiz online ausweisen: AGOV und SwissID heute, die beschlossene, aber verschobene E-ID mit swiyu und der EU-Bezug, Stand Oktober 2026.

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Heute melden Sie sich in der Schweiz bei öffentlichen Diensten mit AGOV, dem Login der Behörden, oder mit dem privat betriebenen SwissID an; die staatliche E-ID wird noch nicht ausgestellt. Das Stimmvolk hat sie im September 2025 angenommen, die staatliche Wallet heißt swiyu, und der Start wurde im Juni 2026 ohne festes Datum verschoben.

Steckbrief

Merkmal Stand
Nationale eID Staatliche E-ID, per Volksabstimmung im September 2025 beschlossen; noch nicht ausgestellt, Start verschoben
Mobile oder App-Lösung Wallet swiyu (öffentliche Beta und Sandbox); AGOV-App; SwissID-App
Bank-ID Banken nutzen eigene E-Banking-Logins; nicht Teil der staatlichen E-ID
Verhältnis zur EU Weder EU noch EWR; keine volle Interoperabilität; Anerkennung bräuchte ein Abkommen
Wallet, Oktober 2026 swiyu mit öffentlicher Sandbox; E-ID-Start verschoben, Vertrauensinfrastruktur im ersten Halbjahr 2027 erwartet
Zuständige Stelle Bundesamt für Justiz (Programm und Vertrauensinfrastruktur), fedpol (Ausstellung der E-ID), Bundesamt für Informatik und Telekommunikation

Was heute gilt

Die Schweiz hat keine nationale eID-Karte im Alltag. Bis die staatliche E-ID kommt, gibt es zwei Hauptwege. AGOV ist der Authentifizierungsdienst der Schweizer Behörden. Laut Bundesverwaltung startete er im Januar 2024 mit den beiden Pilotkantonen Zürich und Appenzell Ausserrhoden und soll später mit der E-ID verknüpft werden. Mehrere Kantone haben ihre Konten bereits darauf umgestellt, etwa für die elektronische Steuererklärung. Statt eines SMS-Codes nutzen Sie eine App mit Gesichts- oder Fingerabdruckprüfung oder einen Sicherheitsschlüssel. SwissID ist ein privat betriebenes Login, das viele private Dienste weiterhin verwenden.

Wie solche Logins vertrauenswürdig eingestuft werden, erklärt unser Beitrag zu den Vertrauensniveaus.

Die staatliche E-ID: Gesetz und Volksabstimmung

Nachdem ein erstes Gesetz 2021 in der Abstimmung gescheitert war, verabschiedete das Parlament im Dezember 2024 ein neues E-ID-Gesetz. Der Unterschied zum ersten Anlauf: Den Ausweis stellt der Staat selbst aus, zuständig ist das Bundesamt für Polizei (fedpol). Die E-ID ist freiwillig und kostenlos, die Daten bleiben auf dem Telefon der Inhaberin oder des Inhabers, und die Infrastruktur ist dezentral und quelloffen aufgebaut.

Die Abstimmung vom 28. September 2025 fiel knapp aus: 50,4 Prozent stimmten mit Ja, bei einer Beteiligung von rund 50 Prozent. Danach plante der Bundesrat den Start für den 1. Dezember 2026 und ergänzte Datenschutzvorkehrungen: Nur berechtigte Anbieter dürfen die AHV-Nummer abfragen, Anbieter müssen ihre Datenabfragen in einem öffentlichen Register eintragen, Nutzerinnen und Nutzer erhalten Warnungen bei übermäßigen Anfragen, und Verstöße können zum Ausschluss führen.

Die Verschiebung vom Juni 2026

Am 30. Juni 2026 teilte das Bundesamt für Justiz mit, dass die Einführung der E-ID verschoben wird. Es verwies auf Entwicklungen bei der künstlichen Intelligenz, die zusätzliche Schutzmaßnahmen nötig machen, etwa gegen eingeschleuste Schadsoftware auf dem Gerät und für eine bessere Erkennung von Deepfakes. Die Vertrauensinfrastruktur soll unabhängig von der E-ID im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen, ein genauer E-ID-Termin folgt nach Abschluss der Sicherheitsprüfungen. Medienberichte nennen als Ziel 2027; ein verbindliches Datum gibt es nicht.

swiyu: die Wallet

Die staatliche Wallet trägt den Namen swiyu; entwickelt wird sie von der Bundesverwaltung unter Beteiligung von Bundesamt für Justiz und Bundesamt für Informatik. Seit April 2025 läuft eine öffentliche Beta, und die offizielle E-ID-Seite verweist heute auf eine Sandbox-Wallet für Android und iOS, mit der Behörden, Unternehmen und Privatpersonen die Vertrauensinfrastruktur unter realistischen Bedingungen testen können. Das ist Testumgebung, keine ausgestellte E-ID. Die Technik basiert auf offenen Standards aus derselben Familie wie die EU-Wallet, darunter das Protokoll OpenID for Verifiable Presentations.

Wer sie bekommt und wie

Laut der offiziellen E-ID-Seite soll die E-ID Schweizer Bürgerinnen und Bürgern sowie Personen mit Aufenthaltsbewilligung zur Verfügung stehen; rechtlich ist sie an eine gültige Schweizer Identitätskarte, einen Schweizer Pass oder einen von der Schweiz ausgestellten ausländischen Ausweis gebunden. Bestellen werden Sie sie über die swiyu-App. Weil der Start verschoben ist, können Sie sie derzeit nicht beziehen.

Verhältnis zur EU und Nutzung im Ausland

Die Schweiz ist weder EU- noch EWR-Mitglied, die EU-Wallet-Verordnung gilt für sie daher nicht direkt. Kommentare beschreiben die Systeme als technisch ähnlich, aber nicht voll interoperabel; das E-ID-Gesetz erlaubt dem Bundesrat, internationale Abkommen zur Anerkennung zu schließen. Bis es ein solches gibt, sollten Sie nicht damit rechnen, die Schweizer E-ID für EU-Dienste zu nutzen. Die EU-Seite erklären unsere Beiträge zur grenzüberschreitenden eID und zur EUDI-Wallet. Nachbarn mit anderen Modellen sind Deutschland, Österreich und Liechtenstein; dessen eID.li können auch Personen aus der Schweiz in Vaduz beziehen.

Was Sie jetzt tun können

  • Richten Sie AGOV ein, wenn Ihr Kanton oder der Bund es anbietet, und nutzen Sie dort App oder Sicherheitsschlüssel statt SMS.
  • Probieren Sie swiyu in der Sandbox, wenn Sie neugierig sind, und rechnen Sie nicht mit einer ausgestellten E-ID vor 2027.
  • Halten Sie ein gültiges Schweizer Ausweisdokument bereit, denn es bleibt die Grundlage für die spätere E-ID.

Datenschutz in Kürze

Das Prinzip: Die Nachweise liegen auf Ihrem Telefon, und Dienste sehen nur die Merkmale, die sie abfragen dürfen. Prüfen Sie jede Anfrage in der App, lehnen Sie Übermäßiges ab und melden Sie vermuteten Missbrauch dem Bundesamt für Justiz.

Ein Stück OpenID-Geschichte

Auch die Schweiz hat ihren Platz in der Geschichte der offenen Identität: 2008 bot der Schweizer Anbieter Clavid OpenID-Logins an, nachzulesen auf unserer Seite zum Schweizer OpenID-Anbieter Clavid 2008.

Häufige Fragen

Wann startet die Schweizer E-ID?

Ein festes Datum gibt es nicht. Das Bundesamt für Justiz teilte am 30. Juni 2026 mit, dass die Einführung, zunächst für das zweite Halbjahr 2026 und später für den 1. Dezember 2026 vorgesehen, aus Sicherheitsgründen im Zusammenhang mit KI verschoben wird, etwa wegen Schadsoftware auf Geräten und Deepfakes. Medienberichte nennen 2027; die Vertrauensinfrastruktur selbst soll im ersten Halbjahr 2027 starten.

Wer kann die Schweizer E-ID bekommen?

Nach der offiziellen Programmseite steht sie Schweizer Bürgerinnen und Bürgern sowie Personen mit Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz offen. Das Gesetz knüpft sie an eine gültige Schweizer Identitätskarte, einen Schweizer Pass oder einen von der Schweiz ausgestellten ausländischen Ausweis. Sie ist kostenlos und wird vom Staat ausgestellt.

Was ist swiyu?

swiyu ist der Name der staatlichen Schweizer Wallet-App. Sie hält die E-ID und weitere elektronische Nachweise auf Ihrem eigenen Smartphone und wird von der Bundesverwaltung entwickelt. Eine öffentliche Beta gibt es seit 2025, und über eine Sandbox-Wallet können Behörden und Unternehmen die Vertrauensinfrastruktur testen.

Kann ich die Schweizer E-ID als EU-Wallet nutzen?

Nicht automatisch. Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum EWR, und eine volle Interoperabilität gibt es noch nicht. Das E-ID-Gesetz erlaubt dem Bundesrat, internationale Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung zu schließen, insbesondere mit der EU, doch zum Zeitpunkt der Recherche war keines in Kraft.

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