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Digitale Identität in Island: Rafræn skilríki, EU-Wallet

Wie Sie sich in Island online ausweisen: Rafræn skilríki von Auðkenni auf SIM oder App, island.is, der EWR-Bezug zur EU-Wallet und der Stand im Oktober 2026.

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In Island weisen Sie sich online mit Rafræn skilríki aus, elektronischen Berechtigungsnachweisen von Auðkenni auf der SIM-Karte, als Handy-App oder auf einer physischen Karte. Eine nationale Wallet nach EU-Vorbild ist in Vorbereitung, im Oktober 2026 aber noch keine fertige öffentliche App.

Steckbrief

Merkmal Stand
Nationale eID Rafræn skilríki von Auðkenni (SIM, App, Karte); keine eID-Funktion im Ausweis
Mobile oder App-Lösung SIM-basierte Nachweise; Auðkenni-App (seit 2021)
Bank-ID Banken sind an das System angeschlossen und akzeptieren die Nachweise; ausgegeben werden sie von Auðkenni
Verhältnis zur EU EWR-Mitglied, nicht EU; EU-Wallet-Verordnung laut EFTA in Prüfung, noch nicht übernommen
EUDI-Wallet, Oktober 2026 Nationale Wallet für 2026 angekündigt (Digital Iceland), keine öffentliche Sandbox
Zuständige Stelle Digital Iceland (Stafrænt Ísland) für island.is und die Wallet; Auðkenni für die Nachweise

Das nationale System

Island führte elektronische Nachweise 2008 ein und hat eine der höchsten Verbreitungsraten Europas; das System ist in Banken, E-Government, Gesundheitswesen und Bildung eingebettet. Das Serviceportal des Staates ist island.is, betrieben von Digital Iceland. Bei der Anmeldung dort oder bei einer Bank nutzen Sie Rafræn skilríki.

Die Nachweise gibt es laut Auðkenni in drei Formen. Die SIM-Karten-Version ist an eine isländische Telefonnummer gebunden und erfordert den Besuch einer Registrierungsstelle. Die App-Version ist nicht von der Telefonnummer abhängig, braucht eine Internetverbindung und lässt sich selbst registrieren. Die Karte ist eine Plastikkarte mit Kartenleser und Jahresgebühr. Auðkenni empfiehlt, SIM- und App-Version zu haben, weil Mobilfunk- oder Internetnetz ausfallen können. Das Konzept unterschiedlicher Sicherheitsstufen erklärt unser Beitrag zu den Vertrauensniveaus.

Bezug und Nutzung

Alle Versionen setzen anerkannte Personenausweise voraus. Sie brauchen gültige isländische Ausweisdokumente; die App registrieren Sie online mit gültigem isländischem Pass oder Ausweis, die SIM-Version wird persönlich aktiviert. Bei der Aktivierung wählen Sie eine PIN. Die Nachweise werden nur an die Inhaberin oder den Inhaber ausgestellt und funktionieren nur online, nicht als Dokument, das Sie vor Ort vorzeigen.

Wer neu im Land ist und noch keine isländische Personenkennzahl (Kennitala) und keine passenden Dokumente hat, muss zuerst die Aufenthaltsformalitäten erledigen. Klären Sie die Voraussetzungen mit den Behörden und Auðkenni, bevor Sie fest mit den Nachweisen planen.

Die EU-Wallet und der EWR (Oktober 2026)

Island gehört zum Europäischen Wirtschaftsraum, nicht zur EU; EU-Regeln gelten daher erst, wenn sie ins EWR-Abkommen übernommen wurden. EFTA führt die Verordnung (EU) 2024/1183 als Rechtsakt in Prüfung, ohne Beschluss des Gemeinsamen Ausschusses. Berichten zufolge hat Island für eine Wallet eine spätere Frist bis Dezember 2027 erhalten, und Digital Iceland hat eine nationale Wallet für 2026 mit Idemia als Technologiepartner angekündigt. Island beteiligt sich außerdem an den großen EU-Pilotprojekten, darunter NOBID. Unabhängige Beobachter führten das Projekt im September 2026 noch als angekündigt, ohne öffentliche Sandbox. Was Sie erwarten können, erklärt unser Beitrag zur EUDI-Wallet.

Nutzung im Ausland

Rafræn skilríki sind für isländische Dienste gemacht. Ob ein ausländischer Dienst sie akzeptiert, hängt von der EU-Anerkennung und vom Zielland ab; siehe unseren Beitrag zur eigenen eID im EU-Ausland. Die Nachbarsysteme im Norden vergleichen Sie auf den Seiten zu Norwegen und Dänemark.

Praktische Tipps

  • Richten Sie wie von Auðkenni empfohlen SIM- und App-Version ein, damit Sie bei einem Netzausfall nicht ausgesperrt sind.
  • Wählen Sie eine PIN, die Sie sich merken können und die nicht Ihrem Geburtsdatum entspricht, und geben Sie sie niemandem weiter.
  • Wer neu ankommt, klärt zuerst Aufenthalt und Kennitala, dann die Registrierung der Nachweise bei Auðkenni.
  • Nutzen Sie island.is, um zu prüfen, welche Dienste Sie online erledigen können, bevor Sie einen Termin vereinbaren.
  • Melden Sie Verlust oder Diebstahl von Handy oder Karte sofort, damit die Nachweise gesperrt werden können.
  • Wenn Sie als Unternehmen oder Verein auftreten, klären Sie, ob für Ihre Dienste zusätzliche Berechtigungen nötig sind; die persönlichen Nachweise allein ersetzen keine Vollmacht.
  • Beachten Sie, dass die Nachweise nur online gelten: Im Amt oder in der Bank vor Ort brauchen Sie weiterhin ein gültiges Ausweisdokument.

Datenschutz in Kürze

Weil die Nachweise Banking und Gesundheitsdienste öffnen, halten Sie Ihre PIN geheim, bestätigen Sie keine Anfrage, die Sie nicht selbst gestartet haben, und melden Sie ein verlorenes Handy oder eine verlorene Karte an Auðkenni, damit die Nachweise gesperrt werden können.

Häufige Fragen

Was ist Rafræn skilríki?

Rafræn skilríki sind elektronische Berechtigungsnachweise von Auðkenni, mit denen Sie sich online ausweisen und signieren. Es gibt sie als SIM-Karten-Nachweis, als Handy-App und als Plastikkarte für den Kartenleser. Sie funktionieren nur online und taugen nicht als Ausweis vor Ort.

Wie bekomme ich Rafræn skilríki?

Für die App können Sie sich online registrieren, wenn Sie einen gültigen isländischen Pass oder Ausweis haben. Die SIM-Version erfordert den Besuch einer Registrierungsstelle, und auch die Kartenversion verlangt anerkannte Personenausweise. Ausgestellt werden die Nachweise in jedem Fall nur an die Inhaberin oder den Inhaber selbst.

Kann ich meine isländische eID in anderen Ländern nutzen?

Davon sollten Sie nicht ausgehen. Rafræn skilríki sind für isländische Dienste gebaut. Eine grenzüberschreitende Nutzung hängt von der EU-Anerkennung und vom Anschluss des ausländischen Dienstes an das eIDAS-Netz ab; prüfen Sie den Dienst, den Sie nutzen wollen.

Hat Island eine EU-Wallet?

Eine nationale Wallet ist in Vorbereitung, ihr Start ist für 2026 angekündigt, und öffentliche Verzeichnisse nennen einen Technologiepartner. Als EWR-Staat hat Island, falls die Verordnung übernommen wird, eine spätere EU-Frist; unabhängige Beobachter führten das Projekt im September 2026 noch als angekündigt ohne öffentliche Sandbox.

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