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Digitale Identität in Liechtenstein: eID.li und EU-Wallet

Wie Sie sich in Liechtenstein online ausweisen: die App eID.li, wer sie bekommt, wie sie zur EU-Wallet und zur Schweizer E-ID steht, Stand Oktober 2026.

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In Liechtenstein weisen Sie sich online mit eID.li aus, der mobilen Identitäts-App des Staates, die Sie einmalig persönlich in Vaduz aktivieren und die jede Person mit gültigem Ausweis kostenlos bekommen kann. Die EU-Wallet soll in dieselbe App integriert werden, ist im Oktober 2026 aber noch nicht öffentlich fertig.

Steckbrief

Merkmal Stand
Nationale eID eID.li (staatliche digitale Identität, seit 2020)
Mobile oder App-Lösung App eID.li für iOS und Android
Bank-ID Banken nutzen eigene Apps; nicht Teil des staatlichen Logins
Verhältnis zur EU EWR-Mitglied, nicht EU; EU-Wallet-Verordnung laut EFTA in Prüfung, noch nicht übernommen
EUDI-Wallet, Oktober 2026 eID.li als nationale, wallet-nahe App bestätigt; EU-Wallet soll integriert werden
Zuständige Stelle Ausländer- und Passamt, Liechtensteinische Landesverwaltung (LLV)

Das nationale System

eID.li ist die nationale digitale Identität des Fürstentums Liechtenstein, betrieben vom Ausländer- und Passamt. Mit der App können sich natürliche Personen sicher ausweisen und bei elektronischen Diensten anmelden. Sie startete 2020 und wurde seither um digitale Dokumente wie einen mobilen Führerschein erweitert. Eine überarbeitete Version, eID.li 2.0, folgt dem internationalen Standard für mobile Führerscheine (ISO/IEC 18013-5) und den Anforderungen der neuen EU-Regeln zur digitalen Identität. Was ein solcher Führerschein ist, erklärt unser Beitrag zum digitalen Führerschein.

Bezug und Nutzung

Sie installieren die App, legen ein Passwort fest und gehen dann mit Identitätskarte oder Pass zum Ausländer- und Passamt in der Giessenstrasse 3 in Vaduz. Dort prüfen Mitarbeitende Ihre Identität und aktivieren die eID auf Ihrem Handy. Der Vorgang ist kostenlos. Laut dem Ratgeber einer Schweizer Anwaltskanzlei können auch Personen die eID beziehen, die nicht in Liechtenstein wohnen oder keine liechtensteinischen Staatsangehörigen sind; für die Nutzung im EWR ist der persönliche Weg der richtige.

Die biometrische Entsperrung, etwa Face ID oder Touch ID, funktioniert für Liechtensteiner Dienste, bei Diensten im übrigen EWR geben Sie das Passwort ein. Wie viel Vertrauen ein Dienst der eID schenkt, hängt vom Vertrauensniveau ab; siehe unseren Beitrag zu den Vertrauensniveaus.

Die EU-Wallet und der EWR (Oktober 2026)

Liechtenstein gehört zum EWR, nicht zur EU; EU-Regeln gelten also erst nach Übernahme ins EWR-Abkommen. EFTA führt die Verordnung (EU) 2024/1183 als Rechtsakt in Prüfung, ohne Beschluss. In der Praxis plant der Staat, die EU-Wallet in den kommenden Jahren auf Basis von eID.li umzusetzen, und die lokale Presse berichtete, sie werde in die App integriert. Ein unabhängiger Beobachter führte Liechtenstein im September 2026 in der Kategorie „bestehende App, Upgrade bestätigt“. Das ist eine Planung und eine Kategorie, kein veröffentlichtes Produkt; prüfen Sie die offizielle Seite, bevor Sie sich auf eine Wallet-Funktion verlassen. Das Ziel erklärt unser Beitrag zur EUDI-Wallet.

Nutzung im Ausland und für Personen aus der Schweiz

Ob eID.li außerhalb Liechtensteins funktioniert, hängt von der eIDAS-Interoperabilität und vom jeweiligen Dienst ab; die Grenzen erklärt unser Beitrag zur eigenen eID im EU-Ausland. Weil die Schweizer E-ID verschoben ist und anfangs nicht europakompatibel sein soll, ist eID.li für manche in der Schweiz Lebende eine Alternative; die Schweizer Seite beschreibt unsere Seite zur Schweiz. Ein Nachbar mit anderem Modell ist Österreich.

Praktische Tipps

  • Planen Sie einen kurzen Termin in Vaduz ein und nehmen Sie Identitätskarte oder Pass mit; eine Anmeldung per Post oder Video ist nach den uns vorliegenden Quellen nicht vorgesehen.
  • Legen Sie das Passwort vorher fest, mit mindestens acht Zeichen aus Groß- und Kleinbuchstaben und Ziffern, und bewahren Sie es sicher auf.
  • Rechnen Sie bei Diensten im EWR mit der Passworteingabe statt Face ID oder Touch ID.
  • Prüfen Sie vor dem Einsatz im Ausland, ob der Dienst eID.li tatsächlich akzeptiert.
  • Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger kann eID.li praktisch sein, wenn Liechtensteiner Dienste zu den Alltagsbehörden gehören; klären Sie vorab, welche Dienste Sie wirklich nutzen.
  • Behalten Sie die Entwicklung der EU-Wallet-Integration im Blick, denn Funktionen und Anerkennung können sich 2026 und 2027 ändern.

Datenschutz in Kürze

eID.li ist ein staatlicher Dienst, der an die verifizierten Identitätsdaten des Ausländer- und Passamts gekoppelt ist. Wählen Sie ein starkes Passwort, sperren Sie das Handy mit einer Displaysperre und melden Sie ein verlorenes Handy dem Amt, damit die eID gesperrt werden kann.

Häufige Fragen

Was ist eID.li?

eID.li ist die nationale digitale Identität des Fürstentums Liechtenstein. Mit der App können sich natürliche Personen sicher ausweisen und bei elektronischen Diensten anmelden. Sie enthält außerdem digitale Identitätsnachweise, die der Staat weiterentwickelt, unter anderem ein Format für den mobilen Führerschein.

Wie bekomme ich eID.li?

Installieren Sie die App, legen Sie ein Passwort mit mindestens acht Zeichen aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Ziffern fest und gehen Sie mit Identitätskarte oder Pass zum Ausländer- und Passamt in der Giessenstrasse 3 in Vaduz. Der Vorgang ist kostenlos und findet persönlich statt.

Kann ich eID.li im Ausland nutzen?

Sie wird als europakompatibel beschrieben und soll für unterstützte Dienste im EWR funktionieren, wenn eIDAS-Interoperabilität besteht, was nicht immer der Fall ist. Die biometrische Entsperrung funktioniert nur für Liechtensteiner Dienste; für Dienste im EWR geben Sie Ihr Passwort ein.

Wie verhält sich eID.li zur Schweizer E-ID?

Beide sind getrennt. Die staatliche E-ID der Schweiz ist verschoben und soll anfangs nicht europakompatibel sein, während eID.li heute verfügbar ist und von Personen aus der Schweiz in Vaduz bezogen werden kann. Sie ersetzt die Schweizer E-ID nicht, und ob Schweizer Dienste sie akzeptieren, ist eine eigene Frage.

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